Wirtschaft
© Jorg Greuel / Stone / Getty Images
16.05.2021

Weniger deutsche Industriebetriebe planen Engagement im Ausland

Weniger deutsche Industriebetriebe planen Engagement im Ausland

Immer weniger Industrieunternehmen planen den Schritt ins Ausland. Zugleich wollen die auslandsaktiven Betriebe ihr Investitionsvolumen aus inländischen Kostengründen erhöhen. Das zeigt eine aktuelle Sonderauswertung der Konjunkturumfrage des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) zu Auslandsinvestitionen unter mehr als 2.000 deutschen Industrieunternehmen.

43 Prozent der Industrieunternehmen wollen im Ausland investieren, so wenige, wie zuletzt vor 10 Jahren. Dabei sind es vor allem mehr größere Betriebe, die entsprechende Investitionen planen: Bei den Industrieunternehmen ab 1.000 Mitarbeitern steigt der Wert auf ein Rekordhoch von 83 Prozent, der industrielle Mittelstand fällt hingegen ab. Auch wenn insgesamt weniger Unternehmen den Schritt ins Ausland planen, so erhöhen sich deren Investitionspläne leicht. 27 Prozent wollen ihre Auslandsinvestitionen gegenüber dem schwachen Vorjahr 2020 ausweiten, 21 Prozent planen Kürzungen.

Bereits seit 2017 sinkt der Anteil deutscher Industriebetriebe, die sich international engagieren. - © DIHK
Bereits seit 2017 sinkt der Anteil deutscher Industriebetriebe, die sich international engagieren. © DIHK
Kosten begünstigen den Schritt ins Ausland

Aus Kostengründen im Ausland zu investieren, wird seit 2013 kontinuierlich für immer mehr Unternehmen relevant. Mittlerweile sind es 28 Prozent der Nennungen – der höchste Wert seit 2008. Dabei gehen die Investitionen, die zur Kostenersparnis im Ausland getätigt werden, zulasten des heimischen Standortes. So zeigt die Umfrage, dass die Unternehmen, die Kostenreduzierungspläne im Ausland verfolgen, sich im Inland restriktiver zeigen als der Durchschnitt der Industrie – sowohl bei den heimischen Beschäftigungsplänen als auch bei Investitionsplänen.

Im Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe sowie im Fahrzeugbau dominieren Kostengründe den Gang ins Ausland (jeweils 48 Prozent). Bei Metallerzeugnis-Betrieben (33 Prozent), in der Elektrotechnik (30 Prozent) sowie bei Spitzentechnologieunternehmen (27 Prozent) gewinnt dieses Investitionsmotiv zunehmend an Bedeutung.

Die zentralen Motive, im Ausland zu investieren, bleiben weiterhin Vertrieb und Kundendienst. Dieser Anteil liegt unverändert bei 42 Prozent, gefolgt von der Markterschließung durch den Auf- und Ausbau von Produktionsstätten vor Ort mit 30 Prozent.

Das Motiv "Kostenersparnis" hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. - © DIHK
Das Motiv "Kostenersparnis" hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. © DIHK
Eurozone, China und Nordamerika bleiben beliebt

Die Top-3-Zielregionen deutscher Auslandsinvestitionen gewinnen weiter an Bedeutung – mehr Betriebe wollen in der Eurozone (von 63 auf 65 Prozent), in China (von 36 auf 39 Prozent) und in Nordamerika (von 31 auf 35 Prozent) investieren. Aber auch die sonstige EU, die Schweiz und Norwegen werden für Unternehmen attraktiver (von 21 auf 23 Prozent). Die Betriebe wissen die Heimatnähe mit Blick auf stabile Lieferketten und für Nahverlagerungs-Aktivitäten zu schätzen.

Eine besondere Konstellation ergibt sich in den Beziehungen zum Vereinigten Königreich, das seit Jahresbeginn Drittland innerhalb Europas ist: Um besser mit den Handelshemmnissen umzugehen, die infolge des EU-Austritts entstanden sind, versuchen etliche Unternehmen mit eigenen Niederlassungen vor Ort zu agieren – wenn sie dort ihre Produkte und Dienstleistungen absetzen wollen.

(Quelle: Presseinformation des DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag)

Schlagworte

HandelIndustrieKonjunkturMarktProduktionUnternehmen

Verwandte Artikel

27.03.2025

ABB ranked second top Swiss company for patent applications

With 540 patent applications, ABB has secured second place among Swiss companies in the European Patent Office’s (EPO) Patent Index 2024, jumping from fourth place in 202...

AM Applications Artificial Intelligence Cutting Engineering EU Industrie KI Software Sustainability Technologie Technology
Read more
25.03.2025

New office for the Benelux region

Plasmatreat continues to grow and opens a new office for the Benelux region. Also, Job van Galen takes over the management of the newly founded subsidiary in Eindhoven, t...

Aerospace AM Applications Automotive Bonding Coating Composites Electronics Energy Engineering Environment EU Import Industrie Industry Infrastructure Manufacturing Metal Plasma Plastic Plastics Production Research Surface Treatment Technologie
Read more
25.03.2025

Mit Sammelbetriebsanweisungen Gefahrstoffe einfacher managen

Betriebsanweisungen müssen erstellt und aktualisiert werden. Eine Software unterstützt Verantwortliche im Arbeitsschutz und gewährleistet sicheres und rechtskonformes Arb...

Arbeitsschutz Betriebsanweisungen Gefahrstoffe Gefahrstoffverordnung Schutz Sicherheit Software Umwelt Unternehmen Unterweisungen
Mehr erfahren
24.03.2025

Mehr Effizienz und Versorgungssicherheit für Behältergase

Mit einer cloudbasierten Lösung optimiert Linde das Management von Gasflaschen und -flaschenbündeln in Betrieb, Einkauf und Intralogistik. Industrieunternehmen können dam...

Behältergase Cloud Effizienz Einkauf Flaschenbündel Gase Gasflaschen Industrie Industrie 4.0 Logistik
Mehr erfahren
21.03.2025

Dr. Jochen Stollenwerk übernimmt kommissarische Leitung des Fraunhofer ILT

Am 17. Februar 2025 übernahm Dr. Jochen Stollenwerk kommissarisch die Leitung des Fraunhofer ILT. Er tritt somit die Nachfolge von Prof. Constantin Häfner an.

Additive Fertigung Digitalisierung Forschung Industrie Innovationskraft Laser Lasermaterialbearbeitung Lasertechnik Materialbearbeitung Photonik Photonik-Industrie Technologie
Mehr erfahren